Nein zum Geld

Komödie von Flavia Coste
Die Chance, einen Sechser im Lotto mit Zusatzzahl zu haben liegt bei Eins zu 139.838.160. Und Richard ist der eine. Der Eine, der aus Gewohnheit seit Jahren spielt und der plötzlich zum glücklichsten Menschen der Welt wird. Oder doch nicht? Richard trifft eine überraschende Entscheidung: Er sagt „nein zum Geld“, nein zum Lottogewinn von 162 Millionen Euro. Während eines Abendessens mit seiner Frau Claire, seiner Mutter und seinem besten Freund, gibt er bekannt, dass er den Lottogewinn nicht abholen wird und den Lottoschein vernichten will. Er ist mit seinem Leben so zufrieden, dass er daran nichts ändern möchte. Mit Erstaunen stellt er fest, dass statt Lob und Applaus für die demonstrative Heldentat das glatte Gegenteil an Reaktionen auf ihn niederprasselt.

 

Seine Liebsten finden das nämlich überhaupt nicht witzig. Sie wüssten sehr wohl mit dem Geld etwas anzufangen und zu Richards Unglück lassen sie nicht locker - der „Glücks“-Schein muss eingelöst werden. Man könnte die Welt mit dem Geld verändern - wie kann Richard das nicht wollen, außerdem ist er ihnen das Geld auch irgendwie schuldig. Schließlich sitzt Richards Freund immer noch auf dem Kredit, den er für ihn aufgenommen hat. Claire möchte für den Raub ihrer besten Jahre entschädigt werden - zu Recht, oder? Und seine Mutter besteht auf eine finanzielle Entlohnung für die genossene Erziehung. Warum sollte sie es sich nicht verdient haben, nach all den Mühen, ein neues Leben am Waikiki Beach zu beginnen?

 

Doch all das Argumentieren prallt an dem unbelehrbaren Richard ab, man könnte ihn fast schon umbringen für seinen Egoismus. Wie weit werden die drei gehen? Es ist es doch sehr schön, sehr reich zu sein …

 

HINTERGRUNDINFOS
„Nein zum Geld“ ist das dritte Theaterstück der 1973 geborenen französischen Autorin und Schauspielerin Flavia Coste. Im September 2017 feierte es seine Uraufführung im Pariser Théâtre des Variétés. 2018 folgte eine Tournee und noch 2019 wird eine Adaption des Werkes im Fernsehen gezeigt.

 

Der große Erfolg dieser rabenschwarzen Komödie lässt sich einfach erklären: Geld weckte schon immer Emotionen aller Art. Bereits vor Jahrzehnten sang Liza Minelli „money makes the world go round“ und erntete großen Applaus. Geld begeistert, beglückt, bedrückt. Auch für Richard und sein Umfeld wird der gigantische Geldbetrag, den er gewonnen hat, zum Katalysator für verdrängte Sehnsüchte, Hoffnungen, Ideen. Flavia Coste zeigt auf kluge Weise, wozu Geld die Menschen treibt. So sehr dieses Stück zum Lachen bringt, so regt es doch auch zum Nachdenken an über die Macht des Geldes.